EU-Abgeordneter Elmar Brok zu Gast bei der KAB

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Politischer Frühschoppen bei der KAB St.-Johannes Bosco. In Kooperation mit der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU im Kreis Steinfurt (EAK) hatte Markus Weweler  Elmar Brok als prominenten Redner für einen „Politischen Frühschoppen“ im Bosco Haus gewonnen. Als weiteren Gast konnte die KAB Anja Karliczek als parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU Bundestagsfraktion begrüßen. Mehr als 80 Personen waren ins Bosco Haus gekommen, um Elmar Brok einmal näher kennenzulernen.

( Foto anklicken und das Interview von Markus Weweler mit Elmar Brok lesen ) Vom CDA-Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Hagedorn als „Europäischen Hausmeister und EU-Unikum“ angekündigt, sprach Brok über die Herausforderungen der Europäischen Union. Die Zuhörer konnten sich anhand von Daten, Zahlen, Fakten eine eigene Meinung bilden.

Die EU sei ein „Global Payer“. 60% der Entwicklungshilfe dieser Erde würden von der Europäischen Union und ihrer Mitglieder gezahlt. 70%  zahle die EU für humanitäre Hilfe an Syrien und dem Irak und dem dortigen Umfeld. Brok, (der Mitinitiator der Verträge von Amsterdam, Nizza und Lissabon war), sprach von der Unterstützung vor Ort. 3 Mio. Flüchtlinge hätte die Türkei aufgenommen. Keinen Cent gebe die EU dafür an die Türkei. 3 Mrd. Euro für die Flüchtlinge in der Türkei seien an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen gegangen, für Nahrungsmittel- und Krankenversorgung; dazu würden Gelder für Schulen und Städtebau verwandt - humanitär sei dies der richtige Weg. Wir in Europa müssen verstehen, dass wenn wir Massenwanderung verhindern wollen, wir den Menschen zu Hause eine Perspektive geben müssen. Afrikapolitik heißt nicht nur Spenden über die Caritas, um den Menschen was Gutes zu tun. Es müsse wesentlich umfassender Geld in die Hand genommen werden. Ein Afrika, das floriere, sei ein Abnahmemarkt für Deutschland und ganz Europa – eine WinWin-Situation für alle. Nirgendwo auf der Welt finden Investitionen statt, wo Gefahren lauern, die mit Mord und Totschlag verbunden sind. Die beste Entwicklungspolitik funktioniere nur, wenn wir Unterstützung und Investitionen mit Sicherheit verbinden. Die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek verwies auf die gute Zusammenarbeit mit der EU-Kommission; zusammen wolle man Migrationspartnerschaften mit dem Niger, Tschad und Senegal ausbauen; beim Aufbau von Staatlichkeit und kommunaler Strukturen behilflich sein. Ein weiteres wichtiges Thema war der Brexit. Der CDU-Europapolitiker fordert von Großbritannien dabei eine klare Haltung. Wir wollen den Schaden so gering wie möglich halten. Wir wollen erstens klare Scheidungsverhandlungen haben, die sauber die Dinge zu Ende bringen. Wir müssen feststellen, welche Verpflichtung Großbritannien übernommen hat, etwa bei der Bezahlung von Pensionen für die Beamten, die seit 45 Jahren auch für Großbritannien gearbeitet haben, aber in vielen anderen Bereichen auch.


Brok betonte, der Brexit habe dazu geführt, dass die Zustimmung zu Europa in den Mitgliedsländern um 10 % gestiegen sei. Die Menschen in Europa hätten ein Gespür dafür, dass man nicht das Ganze zerstören dürfe, wenn nur kritisiert wird. Nur gemeinsam könne man die großen Herausforderungen wie Terrorbekämpfung, Flüchtlingskrise, innere und äußere Sicherheit und die Konsequenzen der Globalisierung bewältigen. Mittlerweile gebe es  80% weniger Gesetzgebungsvorschläge als noch vor 3 Jahren. Veränderungen von inneren Strukturen seien ein wichtiger Schritt, um die Europäische Union zu bewahren. Die EU sei ein Erfolgsmodell und das beste Geschäft für Deutschland.
 
Nach seinem knapp anderthalbstündigen Vortrag stellte sich der EU-Abgeordnete Elmar Brok eine weitere halbe Stunde den Fragen der rund 80 Zuhörer im Bosco Haus. Einzelne Themen wie der Umgang mit TTIP wurden so vertieft.
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